gaukelman,
auch mit Umlaut des Bestimmungswortes,
der
;–/
auch -Ø
.1.
›Narr, Possenreißer, Gaukler, Aufschneider‹; vgl.
gaukeln
1; 2; 3.Bedeutungsverwandte:
abenteurer
gauch
gaukler
Belegblock:
Froning, Alsf. Passionssp.
5382
(ohess.
, 1501ff.
): Hye ist ummechtig, der geuckelman.
Niewöhner, Teichner
547, 76
(nobd.
, E. 14. Jh.
): der mit gar ze langen cleiden | und der gar ze kurtz wil han | die sind gar zwen gaukelman.
Gille u. a., M. Beheim
27, 12
(nobd.
, 2. H. 15. Jh.
): sy [phëffin] ist warhaftig als ein gaukel man.
Sachs
5, 174, 36
(Nürnb.
1557
): Die gest sahen mich alle an, | was ich wer für ein göckelman.
Spanier, Murner. Narrenb.
3, 3
(Straßb.
1512
): ich bins der selbig geückelman, | Der vnser narren bschwören kan.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 8, 15
(Straßb.
1522
): Es war ein Abentuͤrer, ein Gauckoͤlman.
Fastnachtsp.
898, 12
(Straßb.
o. J.): Dem hört man an sin worten an, | Was er syg für ein goukelman.
Barack, Zim. Chron.
2, 349, 14
(schwäb.
, M. 16. Jh.
): Es hett grave Phillips von Hanaw auch ain söllichen gaugkelman.
Ebd.
4, 232, 24
: Wie möcht sie aber ain beser gauggelman | Im ganzen dorf han gefunden?
Fischer, Eunuchus d. Terenz
109, 19
(Ulm
1486
): der unsinnig oder der gauch oder goͤckelman.
Lemmer, Brant Narrensch.
55
Vor. (Basel
1494
): Wer artzeny sich nyemet an | Vnd doch keyn presten heylen kan | Der ist eyn guͦtter gouckelman.
Niewöhner, Teichner
629, 95
(moobd.
, 1469
): der gawkkel man | den man hinden schauet an.
Wackernell, Adt. Passionssp. Vsp.
605
(tir.
, 1530
/50
): In betreigt ein yeder gaugel man. | Was er ret, das ist erlogen.
Dietz, Wb. Luther
2, 14
; Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
119
; Schwäb. Wb.
3, 100
; Schweiz. Id.
4, 257
.2.
eine Puppenfigur; vgl.
gaukeln
1; 2; 3.Belegblock:
Dasypodius
70v
(Straßb.
1536
): Pegma, [...], ein hültzin rüstung oder gebeu / darauff man bildtnussen stellet / oder gauckelmänlein.
Bauer, u. a., Kunstk. Rud.
355
(oobd.
, 1607
/11
): inwendig darin ligen 5 gaugkel oder fechtmändlein wie dockenwerckh.