hamme,
die
;zu
mhd.
hamme
›Hinterschenkel‹
(Lexer
; 1, 1164
Dwb
).4, 2, 309
1.
›Schinken von Schlachttieren‹; auch auf den Menschen bezogen, dann ›Schenkel, Hüfte‹; auch: ›Genitalbereich‹; oft im Orientierungsfeld von bache
, seite
, schulter
, rücke
erwähnt.Phraseme:
vom übrigen wandern werden müde hammen
; hammen sengen
›Jägerlatein machen‹.Bedeutungsverwandte:
schenkel
schink
Syntagmen:
den / die h. essen / hauen / herfüren / hergeben / opfern / verkaufen / wegen / zerlegen, in den rauch hängen, zum wein tragen
; h. von einer sau
; die geselchte / grosse / rechte / schweinene / westfälische h
.Wortbildungen:
hamisch
Belegblock:
Volkmar
467
(Danzig
1596
): Petaso, onis, ein Schinck / ham.
Bergmann, Ambr. Liederb.
142, 33
(Frankf.
1582
): mit mir bring ich vil feister schwein, | pachen und hammen gros und klein.
Bell, G. Hager
621, 25, 3
(nobd.
, 1592
): So trinckt man guten wein, | ist brotlein vnd kalt hamen gut.
Maaler
209v
(Zürich
1561
): Hammen von einer Sauw. Perna.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
219/20
(Genf
1636
): Hamm / Schunck [...] Un iambon.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
2, 42, 3
(schwäb.
, 1471
): Von v̈brigem wandern | Da werden müd ham̄en.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 93, 2
([Augsb.
] 1548
): Hammen sengen. Ist sich allerlay Lugen / Finantzen / triegens fleissigen.
Barack, Zim. Chron.
4, 161, 6
(schwäb.
, M. 16. Jh.
): zu ainer proba hab er im kurzlich hernach selbs mit aller marter im bet an die hamen greifen kinden.
Winter, Nöst. Weist.
3, 707, 39
(moobd.
, 1504
): so ist man davon [wildswein] gen hof nicht mer schuldig zu geben dann die rechten hamen.
Ermisch, Freib. Stadtr.
246, 24
; Fastnachtsp.
610, 24
; Loose, Tuchers Haushaltb.
47, 12
; Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
428, 16
; Tittmann, Schausp. 16. Jh. Man.
15, 143
; Starzer, Qu. Wien
1, 5, 5814, 445
; Geier, Stadtr. Überl.
102, 11
; Maaler
209v
; Hulsius
H ijr
; Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
163
; Schwäb. Wb.
3, 1088
; 1090
.2.
›Kniegelenk‹.Bedeutungsverwandte:
knie
kniebogen
knieweiche
Belegblock:
Voc. Teut.-Lat.
n vjr
(Nürnb.
1482
): Ham oder knye. od’ pugin. od’ steltz. suffrago.
Bremer, Voc. opt.
1264
(halem.
, 1. H. 14. Jh.
): Suffrago knuwenki hamma [...] kniewaich [...] kniebúgin [...] lidfuͤgi.
3.
›hinterer, rechtwinklig zum Sensenrücken angebrachter Haken zur Befestigung des Sensenblattes mit dem Sensenbaum‹.Belegblock:
Müller, Nördl. Stadtr.
523, 13
(schwäb.
, 1559
): Das die [Segess] sauber und gantz geschmidt in gutem fürm. stark und gantz von hammen und rücken. [...] wol geherdt und ausbereidt werden.