streif
II
der
;–/-e(n)
;zu
mhd.
strîfe
›Streifen‹
(Lexer
), nhd. 2, 1238
›Streif, Streifen‹
(Dwb
s. v. 10, 3, 1247
4
streif
).›Streifen, längliche, durch Farbe, Material oder andere Qualitäten von ihrer Umgebung abgehobene, dadurch Zeichenwert gewinnende Linie‹ (in der Regel zu Zier-, [auch] zu Erkennungs- sowie Diagnosezwecken).
Bedeutungsverwandte:
linie
streim
zeichen
strich
Syntagmen:
einen s
. [wo] finden, etw
. (Kleider) streifen haben
; die streife
(Subj.) eines mantels falsche minne bedeuten
; etw. mit streifen machen
›versehen, verzieren‹, ein geschir mit streifen versehen sein
; ein s. am hals
; die streife des adelers
; der güldene / rote / schwarze / weisse s
.; die flasche, ein kasel mit streifen, ein bette von x streifen
(die Zahl der Streifen fungiert als Größenangabe für das Bett).Wortbildungen:
˹ 1, , , ˺ (dazu bdv.: , ),
streifecht
streiferig
streifig
streiflecht
streimig
streimlecht
streifeln
streifperschke
bersich
Belegblock:
Ziesemer, Gr. Ämterb.
716, 22
(preuß.
, 1449
): 4 chorkappen mit allem gerethe, 1 rothe kasele mit strefen.
Thiele, Minner. II,
23, 221
(Hs. ˹md.
/rhein.
, 1. V. 15. Jh.
˺): die rode stryffen
[eines
mantels]
ich beduden | nit dan valsche mynne. Wyss, Limb. Chron.
35, 23
(mfrk.
, Hs. 2. H. 16. Jh.
, 3. Dr. 16. Jh.
): Unde furten si
[Krieger]
an iren beinen strichhosen [Var.:
streichhosen]
unde darober große wide lersen. Herborn u. a., Rechn. Jülich
90, 6
(rib.
/snfrk.
, 1398
/9
): so is zu wisse(n), dat die knape(n) clied(er) zu wijnt(er) wa(re)n halff strijfferich ind halff groyn.
Buch Weinsb.
2, 309, 1
(rib.
, 1575
): 1 zimlich gut fiddernbet van 15 streifen mit 1 pollen
(die Zahl der Streifen des Bettbezugs steht hier für die Breite des Bettes). Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim.
375a, 9
(Frankf./M.
1649
): Wann man an seinem Hals oder Kehlen / einige streiffe oder Zeichen finde / die er deß vorigen Tages nicht gehabt / worbey man gleichwohl die Medicos zu rath nehmen solte.
Schmitt, Ordo rerum
465, 23
(omd.
, 1466
): Stripaticus strifecht streymlig [...] strayffig oder streymig.
Ermisch, UB Chemnitz
170, 27
(osächs.
, 1470
): das do mehr danne zeweyerley weifel hat addir das do streiffig, zcu donne, uff warff adir weffil geworcht, gellicht gekart addir nicht eynen guten grund hat, auch das do fleckicht [...], der sal den burgern zcwey schogk [...] vorfallen syn
(betrifft: Fehler im Tuch). Ermisch u. a., Haush. Vorw.
206, 26
(osächs.
, 1570
/7
): karpfen umb 5 fl. 7 gr. 6 ₰, karas umb 4 fl. 6. gr., streifperschken umb 4 fl. 6 gr.
Voc. Teut.-Lat.
ff iiijv
(Nürnb.
1482
): Streyff odʼ straym. stripariū. [...]. Streyffelechter odʼ strymlechter. striparicus. [...]. Streyfeln. stragulare vlʼ variare wandeln.
Spanier, Murner. Narrenb.
84, 6
(Straßb.
1512
): [Man muͦß] Vor dem tisch stan gnippen gnappen | Vnd styflen im
[dem
tyfel]
syn narren kappen. Lemmer, Brant. Narrensch.
57, 3
(Basel
1494
): Man fyndt gar manchen narren ouch | Der ferbet vß der gschrifft den gouch | Vnd dunckt sich stryffecht vnd gelert
(hier steht
streifig auch zeichenhaft für ›gelehrt‹).
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
122, 47
(halem.
, 1357
): und sol oͧch ir enkeiner fúrbaz kein geteilt noch striffat hosen tragen, won daz beid hosen von einer varw sin súlent.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
512
(Genf
1636
): Streiff / ein Lini an einem ding / so ein ander Farb hat [...]. Jacob nam staͤbe / vnd schelet weisse (streiffe) daran. [...]. Streifficht / das streiffe hat.
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
189, 2
(schwäb.
, v. 1542
): [Der Turck] ruchtet nit ful entlichs auß. [...], aber seyn streifete rot, der sackman, theten ful schades umb die Newenstat.
Klein, Oswald
18, 20
(oobd.
, 1416
): Ruprecht, Sigmund, baid mit des adlers streiffen
(als Wappenzeichen). Bauer u. a., Kunstk. Rud.
1435
(oobd.
, 1607
/11
): Ein geschirrlein [...] ist mit straiffen wie ein jacobsmuschel geschnütten.
Ziesemer, a. a. O.
111, 8
; Bauer u. a., a. a. O.
313
; Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
343
.