Ziesemer, Gr. Ämterb.
348, 20/1
(
preuß.
,
1516
):
1 sense, 1 pawersense uffs erbe, 2 pawerpfluge mit aller notturft ufs erbe.
Dar heists visitiren und keinem mher lassenn als 2 huben erblich, […]; hatt ein paur mher, so ist unter 10 kaum einer, der sie betreiben kan.
ein ordentlich register […], dorinnen er vorzeichnen lasse alle handtvesten derer von der ritterschafft, adel, burger ader paur.
Fischer, Brun v. Schoneb.
(
md.
, Hs.
um 1400
):
gene di do halden ir echt | nach dem vorbeschrebin rechte, | iz sin riche buer adir knechte.
Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 33, 1
(
md.
,
1504
):
Wo auch fremde Pawer hocken befunden wurden die do, zw den lewten auff die dorffer Inn die hewsser leuffen, vnnd Ine putter kese eyger ader dergleichen vberhewpt keuffen.
Laufs, Reichskammergo.
178, 33
(
Mainz
1555
):
Wo aber der entsetzt ein prelat, graff, freiherr, vom adel, stadt, bürger, bawr oder ein underthan, geystlicher oder weltlicher, were.
Oreoselinon. […] idem, bergeppich / bawerneppich / kuchenschel / hergotsbaͤrtlin / megelkraut.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
(
Frankf.
1563
):
Ein baur […] nam ein weyb, stellet sich allerding weißlich und gab große kunst […] der rechte bey andern bauren auß.
doctor Neuwlieb im Affenbeltz, war einem Düringer bauren […] in dem busem gekrochen.
Kollnig, Weist. Schriesh.
73, 39
(
rhfrk.
,
1687
):
hat […] ein jeder bawer, der im feld bawet, vier stück, ein einspänniger oder taglöhner aber zwey stück schwein in die allmend einzueschlagen macht gehabt.
ein einspänniger bawer, der mit 4 pferden zackern gehet.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
(
osächs.
,
1523
/
4
):
Sprechen wir schöpfen zu Leiptzk: Meint ir in dem dorf Reinsdorff sulche gerechtigkeit zu haben, wen ein wirt darin stirbt, der do pferde hat, das euch das peste pferde gepuren sold; und vermeinen die pauern euch solch gerechtigkeit nicht und haben euch alle nein darzu gesprochen.
Widder die stürmenden bawren.
Wie jtzt unsere […] Bauren uns anschnarchen und sprechen: Ich kans eben so wol als die gelerten.
als unsere baurn verachten itzt das Euangelium.
dem Baurn auff dem felde wil er solch gedeien nicht geben, ist auch nicht not, Sondern er sol pfluͤgen, egen, seen.
Ders. Hl. Schrifft.
Jer. 51, 23
(
Wittenb.
1545
):
Jch wil deine Hirten vnd Herde zerschmeissen / Jch wil deine Bauren vnd joch zerschmeissen / Jch wil deine Fürsten vnd Herrn zerschmeissen.
Anderson u. a., Flugschrr.
11, 2, 26
([
Leipzig
1521
]):
den du mir […] wie die pauren pflegen / ehe das ich auß geredt / in die red gefallẽ bist.
Anderson u. a., Flugschrr.
21, 3, 24
([
Zwickau
]
1525
):
So denne / der grund aller Artickel der Bawern […] das Euangelium zu horen […] do hyn gericht ist.
Ebd. 973, 8
(
Zwickau
1524
):
du wirst […] unwerder gehalten werden weder der aller groͤbest baur yns Neyttharts tantz.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
153, 16
(
omd.
,
1554
/
1633
):
daß oft ein bergkman der stadt gar viel nützer sein kann, dann viel bauren.
Opitz. Poeterey
30, 29
(
Breslau
1624
):
wie ein anderer habit einem koͤnige / ein anderer einer priuatperson gebuͤhret / vnd ein Kriegesman so / ein Bawer anders / ein Kauffmann wieder anders hergehen soll.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
18, 42
(
nobd.
,
um 1470
):
am Gründonerstag von einem itlichen bawern zu Ebingen 5 eyer.
Ebd. 118, 31
(
1427
/
1503
):
er wer hecker oder bawer, so er sew kauft […], hat er mer dan eyne, so ist er dy andern zu verpfrunden.
dy obgeschriben 6 pawern […] geben jerlichen alle miteinander von den wisen […] 6 vastnachthuͤner.
die gemeind und die bawren haben bewillget: sol ider zwei jar in der gemeind den gemein ochsen und styer zwai jar halden.
die bawren gemeinklich geben fuͤr den klein vihzehenden 16 sl. 8 hlr. in golde.
Gille u. a., M. Beheim
56b, 5
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Der esel knaur | pedeüt die paur, | die sich auff sperren | Dem esel glich.
Des wer czu spoten ubermoss, | ob ein pauer pesäs ein slos | und ein mochtiger chunig gross | solt sich czwengen und crüten | In eines pauren hüten. | der chung ist Cristus, den ich mein, | der hachvart hat gehaben chein | und der paur ist der mensch unrein, | der vil hochvart tut stifften.
Kain pawer auff dem aker | den andern uber mait nach schneit.
Es wer ach spoterei, | das pauren in den steten | gewalt auff erden heten | uber dy fursten her.
auch wissent, das die burn und ander ein buntschu ußgeruffen haben zum banner.
woͤ die herschaft den merern teyl nicht hat des dorfs, do ist not, das die bawern oͤrdenlich ir velt […] auszmeszen.
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
155, 20
(
nobd.
,
1477
):
Von einer grossen bawrenkappen, die einem uff die achsel geet.
Loose, Tuchers Haushaltb.
(
nürnb.
,
1516
):
2 lang raifflattern in mein paurnstal.
Goedeke u. a., Liederb.
(
Nürnb.
1534
/
7
):
Vil baurngippen hat er feil, | darzu groß furmanskappen.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
214, 14
(
Nürnb.
1548
):
Keysern vnd Koͤnigen sol es gehn / wie dem geringsten bettler / eim Fuͤrsten wie eim bawren.
bist auch worden | Mir gleich im schweren bawren-orden, | Dir ist dein ubermut vergangen.
wo bleiben nue die ratschlege in commun der fursten? wo die ratstuben der städte? wo das dünken der bauern?
was bistu, kaufman? stinkt dein dreck nit so übel als des pauren dreck?
Lemmer, Brant. Narrensch.
74, 26
(
Basel
1494
):
Der adel hat keyn vorteyl me | Wann er dem wiltpret lang noch loufft | So hats der buwr / heymlich verkoufft.
Die buren tragen syden kleit | Vnd gulden ketten an dem lib.
Man zücht die buren yetz har für | Die gelerten muͤssen hynder die thuͤr.
Spanier, Murner. Narrenb.
79, 22
(
Straßb.
1512
):
Ein frummer pur in syner acht, | Der selb ist aller eren werdt.
Jch bin auch ein Dieb, sagt jener arme Baur, dem die Soldaten ein Pferd außspanten.
Gang, nimm dyß tod puren und wyrf sy zumm venster uß!
Baurenlaͤben (das) Vita rusticana. Baurengwerb […] Baurenhandtierung.
Bauwrenschencke. Donum agreste.
Lauater. Gespaͤnste
35v, 11
(
Zürich
1578
):
hat ein arbeitsamer pur / oder ein fuler muͤssiggaͤnger […] das gschütz erfundẽ?
Roder, Hugs Vill. Chron.
(
önalem.
,
1525
):
wo sie die husser wusstend, die großhansen under dem burenhuffe, das stießend sy an mit fur.
Unger, Richtes Stig
(
schwäb.
,
15. Jh.
):
ettlicher bure ist so listig und will den hofe uffgeben, und ime sin spruch behalten, damit er dem herren inträg tun und ine fur annder gericht ziehen und umbtriben muge.
Sappler, H. Kaufringer
8, 365
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
ain grosser baur, | der was fraisam, stark und saur, | an ainer ketten stark und guot.
der paur beraitet sich darzuo, | das er fuor gen acker auß.
Nyberg, Birgittenkl.
1, 44, 35
(
schwäb.
,
1472
):
drey guldin solle der bawr auch geben jerlicher guͤlt dem cappitel zuͤ Augspurg.
Ebd. 2, 155, 44
(
um 1522
):
da pot der graff bey lib vnd gůt den bauren uͤber lut, daz keiner kein vffrůr machte.
ob das hochwirdig heilig sacrament noch da wer. Da prachten sy vns daz […] gantz heimlich […], wan wa es ein selloser paur gesehen het, muͤstend wir freilich daz ausgelert haben.
ein lederer sol von seinen heutten sagen, ein pawr mit seinem pflueg umb gen, pawr sol bei dem pflueg bleiben.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 221, 2
([
Augsb.
]
1548
):
Ain freyer Baur ist Herrn genoß | Und wann er schon ist des gůtes bloß | Doch ist er von geburte frey | So wol als sein Herr selber sey.
Andreae. Ber. Nachtmal
30v, 18
([
Augsb.
]
1557
):
Daher nachmals die Pawrñ gesagt / Die Pfaffen radbrechen vnsern Herrñ Got in der Messz.
darmit kain troͤpfflein Bůt verschüttet / oder den Pawren an die knoͤbel baͤrt gehencket wurde.
Barack, Zim. Chron.
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
es sei kain kunst, ain kindt zu machen, dann die bauren und unverstendigen kindens schier am besten.
Ein buren in ainer juppen | Nem ich für deiner siben.
Volgen etlich Bawren Latein / das ist / wie der gemain Mann die Lateinischen wort corrumpirt.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
(
schwäb.
,
1484
):
gesezt ist hie zue Kirchheim eim bauren zue haben 18 schoff und ein söldner 12 schoff.
wann ainer stirbt bey uns, er sey baur oder söldner, so nimpt der amptman bey uns die klaider gar, die er verlassen hat.
Gemaindrecht, wievil deren im ganzen marckt, waß ganz und halb baurn, lehner und söldner oder batzenheußlin sein.
die bauren sollen denen müllern das wasser zu denen diennen zeiten lofen lon.
der geit zu benn 5 ß, geheren die 15 pfening mir und die andern den paurn.
Es soll kain baur er sei neu oder alt nit gehen acker faren, es seien dann alle seine güeter […] zuvor vermarckt.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 40, 26
(
schwäb.
,
1559
):
welcher, er sey paur, söldner oder anderer, drey küe hat, demselben kein gaiß mit nichten zu haben vergondt […] soll sein.
auf daß man zu feürsnöten mit eimer desto baß versehen seye, sollen alle vermöglichen bauren jeder zwen aimer haben.
es soll niemands in der herrschaft gerichten und obrigkeiten alhie, die pawren, soldner oder andere, so der herrschaft aigene hoff, solden oder güetter uff ihren leib und leben lang und nit füro noch länger empfangen und bestanden haben, […] besitzen.
Bawer / der ausserhalb der mauren wohnt.
Gott ist allein Gott vñ Herr / wir sind alle seine bawren. […]. Was soll einem bawren ein zart megdlin / jhm gehoͤrt eine starcke baͤwrin / die jhm butter vnd kaͤß mache. […]. Bawrengurr / rusticus, agrestis equus. Opp. Spanisch roß. Bawren genß / anseres rusticorum.
Bawer deß pferd kluger war / dann der Pfarrherr. […]. Die Muͤller han die besten Schwein / Die in dem gantzen lande sein / Das machen der bawren secke / Drumb muß mancher frommer bawr / Sein Knecht dest fruͤrer auffwecken.
Stattischer Bawer / urbanus rusticus, qui et ruri et in urbe habitat.
Niewöhner, Teichner
517, 82
(Hs. ˹
oschwäb.
,
1368
˺):
der da drischt und habt den phlůg, | der ist darumb nit ain půr.
Klein, Oswald
104, 21
(
oobd.
,
1431
/
2
):
Nu mir der pawer ist gevar, | und auch gen Brixsen nicht wol tar.
ain jeder in dem orden sein, | Die fürsten, graven, ritter und knecht, | ir burger, pawren, all vermeldt.
Dirr, Münchner Stadtr.
(
moobd.
,
1340
):
Swelich arm man auf dem land, er sey paur oder seldner, […] zů eleichem heyrat greifent, der sol noch enmach sein hawsfrawen nicht hoͤher bemorgengaben, dann mit dem zehenten tail seins gůtz.
Koller, Reichsreg. Albr. II.
36, 2
(
1438
/
9
):
wie und wo er selben und sein lehenserben und seine edelmanne, burger, pawern und undertanen zu recht steen sollen.
Straus, Juden Regensb.
979, 114
(
oobd.
,
1518
):
die J. lauͤfen … und kauͤfen allenthalb uf dem gaͤ das vieh an rindern und anderm, kauͤfen es fuͤr, lassen es bey dem pauͤrn bis zuͤ der zeit ires gefaͤllens.
Bischoff, Steir. Landr.
(
m/soobd.
, Hs.
v. 1425
):
Wann ainem herren ain pawr fûder vert, den bestêtigt sein amptman wol.
Wann ain pawr ainem herren entrinnet, waz er guts fürt treibt oder trait, wer ims nympt auf ainer strassen, […], des ist ez.
Bauer, Imitatio Haller
70, 19
(
tir.
,
1466
):
Es ist vil pësser ain volkchömner diemuetiger paur, der da got dienen ist, denn ain hoffärtiger stern seher, der da merkchen ist den lauff des himels.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
(
m/soobd.
,
14.
/
16. Jh.
):
Wenn ain erbhold gar aus der herschaft will ziehen, es sei der paur oder sun, der sold solhes thun mit vorwissen unsers bropst.
von ainem tutzet gestrickten bawrenhosen, […], gibt zue mauth … – – 4 pf.
von ainem stuck bawrenloden – – 24.
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
51, 21
(
smähr. inseldt.
,
1414
):
das hew muessen die pawrn fürn vnd die hawer aufvochen vnd auf dem schober hellffen.
pawern Messer 300 thecae – klein schnÿczer 125 thecae.
mit dem Michel Weiss ziehen viele Croner willig, viele teutsche Studenten, Pauren, Zekel, Wallachen, Türken.