geschwei,
die
(für 1; 3; 4),
der
(für 2);
-en/-en
;
die angesetzten Bedeutungen sind in dem Maße verläßlich, in dem die Verwandtschaftsverhältnisse aus dem Textzusammenhang erschließbar werden; vgl. aber die Wörterbuchbelege; s. auch v. Bahder, Wortwahl [...].
1925, 146
.
1.
›Schwägerin‹, und zwar ›Frau des Bruders‹ (dichter belegt) und ›Schwester des Ehemannes‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Wortbildungen:
geschweienman
(nur 2 Regestbelege; a. 1417),
geschweiin
(verdeutlichend; a. 1372).

Belegblock:

Voc. inc. teut. k iiijv (
Speyer
um 1483/4
):
Geswei Glos [...] est vxor f’ris mei.
Thiele, Chron. Stolle
97, 4
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
suberlichen brachte do lantgrafe heinrich sine geswigen sonte elsebeten mit syner muther wedder keyn isenache.
Sachs
13, 440, 14
(
Nürnb.
1558
):
des königs bruder, spricht: | Mein Atis, weist nit die geschicht, | Das mein geschwey, die künigin, | Auß zoren in lauter unsin | Gefluchet hat dem Jupiter.
Ebd.
16, 137, 6
(
1559
):
hertzliebe geschwey und braut, | Die ir meim bruder seyt vertrawt!
Golius
106
(
Straßb.
1679
):
Fratria, des Bruͦders fraw / geschwey. Glos, des Manns Schwester / Geschwey.
Rennefahrt, Zivilr. Bern
124, 3
(
halem.
,
1552
):
der hoffnung, ir geschwy und bäsin wider angeregte glöübiger sich zefristen dessen wol genießen werde.
Maaler
196r
(
Zürich
1561
):
Gschwy / Deß eemans schwoͤster.
Turmair
1, 403, 5
(
Augsb.
1517
):
dos dotis ,heiratgut‘, glos glotis ,geschwei‘ (Nonius).
Ebd.
5, 424, 24
(
moobd.
,
1522/33
):
der ungerisch künig Ot mitsambt seiner hausfrauen der künigin Agnes, seiner swester, auch Agnes genannt, seiner gesweien, seines brueders herzog Stephans seligen verlaßne witib.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
128, 2, 5
;
Stahleder, Juliussp. Würzb.
180
;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
5, 292
Var.;
V. Anshelm. Berner Chron.
6, 143, 23
;
Leisi, Thurg. UB
6, 614, 28
;
Boner, Urk. Aarau
628, 5
;
Hauber, UB Heiligkr.
2, 283, 24
;
Chron. Augsb.
5, 237, 21
;
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 185, 1
;
332, 24
;
Dertsch, Urk. Kaufb.
476
;
486
;
Rwb
4, 465
;
Pfälz. Wb.
3, 257
;
Schwäb. Wb.
3, 503
;
Schweiz. Id.
9, 1703
 f.
2.
›Ehemann der Schwester, Schwager‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .

Belegblock:

Uhlirz, Qu. Wien
2, 1, 83, 9
(
moobd.
,
1322
):
[...] verkaufen [...] ainen cheller, [...] ihrem geswein hern Vetzen under den Lauben.
Uhlirz, a. a. O.
2, 1, 79, 11
;
313, 107
.
3.
›Schwiegertochter‹; zu den Bezeichnungen der Schwiegertochter in den rezenten Mundarten s. Dwa
6, 6
; dazu Debus, Heiratsverwandtschaft.
1958
.

Belegblock:

Henisch
1548
(
Augsb.
1616
):
Geschwey / deß Sohns Weib / Schnur / nurus.
4.
›durch Verschwägerung verwandte Frau auf gleicher Generationsstufe wie die Vergleichsperson‹ bzw. aus den Belegen nicht erschließbare weibliche Verwandte.
Wortbildungen:
geschweischaft
.

Belegblock:

Wyss, UB Deutschord. Hessen
2, 37
(
hess.
,
1360
):
wir [...] bekennen, daz wir daz getan han durch bede willen der vorg
enanten
unsers swagers, swehers unde swegere unde geswien.
Loose, Tuchers Haushaltb.
161, 35
(
nürnb.
,
1509
):
nam er par von mir ein, davon er sein geschwei entrichten wolt 4 fl. gold.
Sachs
8, 20, 23
(
Nürnb.
1549
):
was sol das sein, | Das du erwürgst die gschwey mein, | Die meim veter vermehelt war?
Wiessner, Wittenw. Ring
5812
(
ohalem.
,
1400/08
):
Secht, das ward do ieder schreigen: | ,Jch sirt dirs weib mit sampt der gsweigen‘
[hier möglicherweise ›Schwiegermutter‹].
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 471, 27
(
schwäb.
,
1570
):
von sibschaft, freundschaft, daß ist ain vatter gegen seinen sohn, kündern, geschwisterigeten, geschwisterigeten kinder, rechte schwäger und geschweischaft.
Turmair
4, 191, 15
(
moobd.
,
1522/33
):
Helenus mit seiner geschweien und zwaien jungen knaben, seinen vetern, Hectors weib und kindern, ward gefangen.
Schwäb. Wb.
3, 503
 f.