2
rechen,
V., unr. abl.,
vereinzelt regelmäßige Formen;
Fortsetzung von
mhd.
rëchen
(V., unr. abl.)
›mit den Händen zusammen kratzen, raffen‹
und
mhd.
rëchen
(V.)
›mit dem Rechen zusammen häufen‹
(; entsprechender Doppelansatz im und 341).
1.
›Einzelnes, Verstreutes (typischerweise Heu, Laub o. Ä.) zusammenharken, aufsammeln‹.
Nur obd. Belege; vgl.
Dwa
14
, Karte 9.
Bedeutungsverwandte:
3, , 1; vgl. , , , (V.) 1.
Wortbildungen:
2
recher
›Arbeiter, der das Heu zusammenrecht (als Frondienst)‹ (dazu Orientierungsfeld:
1
).

Belegblock:

Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
der dunst [...] nâch ainander auz prichet, [...] sam der luft tuot auz [...] aicheln, die man ganz in ain feur richt.
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
1346
):
Man sol auch fuͤrbas uͤberall auf dem griezz pey der Yser [...] chainen stain chlauben noch rechen ze kalch noch zuͦ den padoͤffen.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
müllner hofstetär und lechner sullens aufvangen oder recchen.
Ebd. (
M. 15. Jh.
):
es haben auch die herrn datz Abtstorff die robatt: von ainem lehen [...] ain pflueg zu leihen [...]. auch zu der zeit ein mader ain recher zum hei.
Fuchs, Kart. Aggsbach (
moobd.
,
1447
):
soll chainer [...] in dem vorgenanten holcz nichts abslachen noch lawb rechen.
2.
›jn. / etw. (in Asche, Erde u. Ä.) verscharren, einscharren‹; auch: ›jn. (aus der Asche) hervorscharren‹.
Phraseme:
bei gerochenem feuer
›bei gelöschtem (d. h. mit Asche bedecktem) Feuer‹; ütr.: ›zur Nachtzeit‹; vgl. .
Bedeutungsverwandte:
vgl. (V.) 3; 4.

Belegblock:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm (
preuß.
,
1331
):
O richter Got, in leyne | Und rich in uz der asche.
Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
In den sant man in
[Unruhestifter]
rach, | Dar zuͦ quamen die hunde | [...] | Und vrazen von im ir teil.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
Eime andern hatte he eine grube gemacht unde ist selber darinne geracht.
Niewöhner, Teichner
218, 28
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
daz ist alls gar unbehut | sam der ain ophel swach | in ein gantzen hauffen rach; | dw wernt all vaul da neben.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Cyrus [...] überfiel [...] bei gerochem feur die trunknen und vollen Teutschen.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
, Hs.
17. Jh.
):
Ich frag dich [...], ob ain haußwirth ainen bei nächtlicher weil verdächtlich [...] bei verspörter thir und gerochnem feuer in seinem hauß begriff, wie er mit ihm handlen soll.
Wackernell, Adt. Passionssp. St. II,
2493
(
tir.
,
v. 1496
):
Darumb haben wir dein
[des Pilatus]
knecht geworben, | Das in
[den gekreuzigten Schächern]
[...] werdt geprochen | Ire pein und dan in die erdt gerochen.