Videre. Sehen lugen schauwen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
658, 4751
(
Magdeb.
1608
):
Fragt / ob er kem zur Fastnachts frewd / | Oder wolt luegen wie es thut / | Wenn durch das weiß floͤß rotes Blut.
Quint, Eckharts Pred.
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
noch dû geluogtest nie in disen einvaltigen grunt einen ougenblick.
Swaz der sêle in dirre werlt ist oder in dise werlt luoget und swâ ir iht begriffen ist und ûzluoget, daz sol si hazzen.
Hie sint zwei swert, lug.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
10, 3
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
In der natur würken hastu nicht gesehen, in die mischung werltlicher sachen hastu nicht geluget, in irdische verwandelung hastu nicht gegutzet.
Sie liept mir mer, denn steigen auf den Luginslant.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
517, 15
(
els.
,
1362
):
Do von luͦget er in einen bachofen.
Sich vnd luͦg
[Var. 1483-1518:
schawe
;
Luther
1545, Hiob 35, 5:
Schaw
]
an den hymel: vnd schauwe die sternen.
So luͦg ob das pluͦtt vsz gang oder flicsz vß den venis cappillaribus.
Fuchs, Murner. Geuchmat
4817
(
Basel
1519
):
Er laßt sich an eim strohalm wysen, | So eben luͦgt sy [frouw Venus] jm vff ysen.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
2, 414, 14
(
halem.
,
1508
/
16
):
Als si das vernamend, woltend si nüt lenger beliben, sunder heim zuͦ dem iren luͦgen.
Wyss, Luz. Ostersp.
10481
(
Luzern
1543
):
wir wend inhin gan | vnnd luͤgen, wo er syg, der helig man!
Luͦgen. Videre. Saͤhen [...]. Sich Luͦg Luͦg. Ecce Aduerb. demonstrandi: [...]. Einem doͤrffen vnder die augen Luͦgen [...]. Hin vnd har Luͦgen. [...]. Mit den augen hin vnd wider Luͦgen. [...]. Wenn du jnen in das angesicht Luͦgst / dunckend sy einen from͂ leüt sein.
Müller, Stadtr. Ravensb.
141, 11
(
oschwäb.
,
um 1413
):
Wer dem andern nachgaut oder des andern luͦget.
Sappler, H. Kaufringer
30, 2
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
Man sicht auf erde wunders vil, | wer des eben luogen will.
an den schuohen tragentz lange spitz; | die gaffent auf in solicher witz, | das sie iren herren sehent an | und luogent, wie er sei ain man.
die von Fridperg [...] santen ir kuntschaftleut und ließen sie luegen, ob in icht begegnen wolt, das ir fueg wär.
hat man angefangen, den graben bei dem Lueginslandt [...] machen (zu) lassen.
Weitz, Albich v. Prag
146, 18
(Hs. ˹
oobd.
,
A. 16. Jh.
˺):
wolt die geschwulst also nit vergen, so schneid sy auff vnd luͦg, ob kain ledig pain dar jnn sey.
Welti, Stadtr. Bern
(
nalem.
,
15. Jh.
):
vnd sol och enkeiner vff spil niemans luͦger sin, noch ouch nieman vff spil nuͥtzit lichen.
Kaiser Probus entwich in ainen gar hohen weiten turn, [...], den het er für ain wart und lueginsland pauen lassen.
v. Maren, Marquard. Ausgabe
33, 19
(
Venedig
1483
):
wan sie [maria] begert noch luͤget nicht vmb sich vnd redt ein wort nicht mit nyemant.