nachtsitzen,
V., unr. abl.
›über das Läuten der Nachtglocke hinaus verbotenerweise im Wirtshaus herumsitzen‹;
vgl.
1
 4.
Wortbildungen:
nachtsitzer
.

Belegblock:

Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
um 1365
):
Swer aber suͤst flewset, da geit der wirt dem richter 24 dn und der stat 36 dn und der nachtsitzzer dem richter 24 dn, der stat 36 dn. Moͤcht aber ein wirt geweisen mit seinem ayd, daz die nachtsitzzer uͤber seinen willen gesezzen sein [...], so muͤzzen die nachtsitzzer dez wirtz puͦzz zuͦ der iren geben.
Ebd. Art. 383:
Mein herren die verpietent nachtsitzen, und sol auch niemant kainem trincker in seinem haus trincken eingeben nach der pyerglocken.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1600
):
dieweil daß nachtsitzen so gar gemain ist [...], auch solches [...] verbotten ist das man über neün uhr nit sitzen soll [...].
Auer, Stadtr. München ;