beschatzung
(vereinzelt umgelautet:
beschätzung
),
die
;
-Ø/-e
.
1.
›Schätzung des Wertes e. S. (zum Zwecke der Besteuerung, Gebührenfestsetzung)‹;
vgl.  1.
Bedeutungsverwandte:
 9, .

Belegblock:

Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
1463
):
das er vnsern burgern [...] ir tůch vnd anders ouch ferwen, [...] vnd darumb aͧn alle vnzimliche beschatzung seinen bescheidnen lon nemen sol.
Maaler (
Zürich
1561
):
Beschetzung. (die) Taxatio. Beschetzung eines yetlichen haab vnd gůt oder seins jaͤrlichen eynkommens / dar von er dann die schatzung oder steür gaͤben můß. Censura.
2.
›befugterweise eingeforderte steuerliche Auflage, finanzielle Belastung‹; metonymisch: ›Betrag der Auflage‹;
vgl.  2.
Bedeutungsverwandte:
 8,  2,
1
 9,  1,  2.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
1, 207, 18
(
preuß.
,
1413
):
Wie wol unsere armen undirsassen durch grosser vorherunge und sunderlich zweer beschatzunge willen wening vormogen.
Pfeiffer, Frk.-bay. Landfr.
56, 24
(
nobd.
,
1368
):
dewselb beschaczung sol demselben herren auch abgen an seiner schuld.
Voc. Teut.-Lat.
d iijv
(
Nürnb.
1482
):
Beschatzu͂g, od stewer od’ losu͂g od’ geschoß od’ gewerff.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen (
halem.
,
1337
):
suͥllent si damit lidig sin aller phenning, diensten, beschetzunge und vorderunge.
Ebd. (
1445
):
von unsers grossen kumers [...] wegen, so uͥns zů gefuͤgett wirtt [...] mitt tellen, mit zoͤlnen, mit zwungnem kouff und mit ander beschatzungen ze tůnd.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
1392
):
einen harkomen knecht sol man laͤssen werken vnd dienen äne beschatzunge vnd äne win.
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
1304
):
daz wir sie ledich sagen aller stiure, bete, gabe, lehens, borgschefte, beschatzunge, fuͤrgebens und fuͤrgehaizzens alles ires gůtes.
Rechn. Kronstadt
3, 752, 38
(
siebenb.
,
1489
):
hatt man an geslagen eÿn tax oder beschetzung.
Rennefahrt, Statut. Saanen ;
Dirr, a. a. O. ;
Preuss. Wb. (Z)
1, 547
;
Vgl. ferner s. v. .
3.
›machts- oder rechtsmißbräuchlich auferlegte Abgabe; Buße; Lösegeld‹;
vgl.  3.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Zu jungist satzt er im ein zil, | eine beschatzunge grôs.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
56, 23
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
wen ouch di lute voen ymant der do nicht ist von irem volke, und mogin di nicht gebin ire beschaczunge, so essin si yn.
Werbow, M. v. Amberg. Gew.
395
(
omd.
/
oobd.
,
v. 1382
):
wer czw einer dyeb und eym rawb ader zw unrechter beschaczung gibt seynen rat.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
die groß unpillich beschatzung was vormals nie kainem kaiser noch kunig widerfaren [...], und umb sollich groß beschatzung muesten die burger in den reichstetten leibgeding hingeben.
v. Tscharner, a. a. O.
52, 12
;
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
19, 13
;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel .